Deutsche Meisterschaft

Vorschau Steinach

Das Warten hat ein Ende. Am kommenden Wochenende gastiert die Deutsche Meisterschaft in Steinach im Thüringer Wald. Etwa 150 Fahrer und Fahrerinnen stehen in der Meldeliste. Hier gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

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Bereits im August konnte der kleine Ort Steinach im Thüringer Wald die Durststrecke der nichtstattfindenden Downhill Rennen hierzulande beenden. Mit einem durchdachten Hygienekonzept und engen Absprachen zwischen dem ausrichtenden Veranstalter Thüringen Alpin und den verantwortlichen Behörden war es möglich, ein Rennen des Specialized RockShox Rookies Cups durchzuführen. Dabei gingen über 200 Nachwuchsathleten aus 14 Nationen an den Start. Vor Ort schienen die Maßnahmen zu funktionieren und auch rückblickend konnte man der Veranstaltung ein hohes Maß an Verantwortung hinsichtlich einer Vermeidung des Infektionsrisikos mit dem neuartigen Corona Virus attestieren. Somit war der Weg frei, um ein weiteres Rennen auf die Beine zu stellen.

Abstand wird generell gefordert und Mund-Nasen-Maske wird an einigen Stellen Pflicht sein Abstand wird generell gefordert und Mund-Nasen-Maske wird an einigen Stellen Pflicht sein

Nachdem die Deutsche Meisterschaft aus den bekannten Gründen in diesem Jahr nicht wie geplant während des Bike Festivals in Willingen stattfinden konnte, war die Austragung vakant. Steinach kann aufgrund des funktionierenden Rennens im August ein weiteres Rennen organisieren, allerdings eben doch nur eingeschränkt, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt und auch haben die Erfahrungen des Rookies Cups gezeigt, dass ausländische Teilnahmen nicht ganz trivial sind. Somit war schnell klar, dass das zweite Rennen zwar eines des iXS Downhill Cups sein soll, aber eben leider nicht für 500 Teilnehmende. Der BDR als Rechteinhaber der Deutschen Meisterschaft musste auch nicht lange überzeugt werden. Einige wichtige Akteure haben sofort ihre Hilfe angeboten, so dass nach kurzer Zeit feststand, die DM 2020 kann doch noch ausgefahren werden. Nach erneuter Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt gab es von dort grünes Licht und nach ein paar Gesprächen konnte auch das Finanzielle geklärt werden. Vielen Dank an dieser Stelle an den Regionalverbund Thüringer Wald, dem Stromversorger Likra und der Sparkasse Sonneberg. Somit war das Grundsätzliche geklärt und die Titel können vergeben werden.

Header DM

Insgesamt wurden sieben lizenzierte Klassen ausgeschrieben und nach und nach hat sich die Meldeliste gefüllt. Als erster hat sich der amtierende Deutsche Meister Max Hartenstern in die Liste eingeschrieben. Ob das aber ein beabsichtigter Fingerzeig auf seine Ambitionen der Titelverteidigung sein sollte ist nicht bekannt. Fest steht aber auch, dass Hartenstern der Titel definitiv nicht geschenkt wird, denn in letzter Zeit gibt es einige noch recht junge Athleten, auf die man durchaus ein paar Mark wetten könnte. Und dann gibt es noch ein paar Altgediente, wie beispielsweise Johannes Fischbach, die man immer noch nicht abschreiben sollte.

Bei den Elite Women steht die aktuelle Meisterin nicht in der Meldeliste, aber Raphaela Richter ist auch bekanntermaßen keine reine Downhillfahrerin, sondern kommt ursprünglich aus dem Endurobereich und scheint die DM immer nur bewusst auszuwählen. Die größten Chancen hat in diesem Jahr wohl sicherlich Nina Hoffmann, schließlich ist sie die bedeutendste Hoffnung im internationalen Kontext.

Nina Hoffmann hier beim NotARace in Schladming © Racement / Sebastian Gruber Nina Hoffmann hier beim NotARace in Schladming © Racement / Sebastian Gruber

Neben den beiden Elite Klassen wird aber immer mehr Beachtung den Juniorenklassen geschenkt, schließlich sind das die Protagonisten, auf denen unsere Zukunftserwartungen liegen. Immerhin sind in der weiblichen U19 Klasse sechs Sportlerinnen gemeldet, während es in der männlichen U19 über 36 und in der U17 über 20 sind.

Die Strecke in Steinach ist etwa 1750 Meter lang und weist dabei einen Höhenunterschied von knapp 250 Metern auf. Somit sind die Eckdaten der topografischen Gegebenheiten schonmal gar nicht so schlecht. Los geht es im oberen Teil mit moderatem Gefälle und auf typischem Waldboden des Mittelgebirges. Nach der Überquerung des Skihangs kippt der Kurs dann etwas ab und das Gefälle nimmt zu. Anschließend geht es erneut auf den Skihang und hier zeigt sich der wirkliche Untergrund von Steinach. Scharfer Schiefer, teilweise lose, manchmal auch als große Platte verlangen dem Material einiges ab. Nach ein paar schnellen Kurven geht es einen Absatz runter, bevor es dann mit Mach 10 an der Mittelstation vorbei geht und man wieder in den Wald abbiegt. An dieser Stelle wird es wieder flacher, so dass man unbedingt den Speed mitnehmen sollte. Das letzte Stück vor dem Zielsprung ist dann wieder ein Untergrundmix aus Steinen, Waldboden und Wurzeln. Eins ist auf jeden Fall klar, geschenkt bekommt man auf diesem Kurs den Titel keineswegs.

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Die Wetterprognose könnte im Übrigen nicht schlechter sein. Angeblich soll es die ganze Zeit regnen und nach der langen Schönwetterperiode wird es sich dann auch richtig abkühlen. Man kann somit nur hoffen, dass sich an dieser Vorhersage noch etwas ändern wird, denn wenn es schon nur so wenige Rennen im Jahr gibt, müssen diese nicht auch noch bei solchen Bedingungen stattfinden. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf die Titelvergabe und sind gespannt, wer sich die Trikots überziehen darf.

Wetter_Steinach