15 Jahre iXS Dirt Masters

Das größte Gravity Event Europas

Bereits seit 2007 ist das iXS Dirt Masters Festival in Winterberg fester Bestandteil der Mountainbike Saison, bei dem der sportliche Aspekt und der Spaß im Vordergrund stehen. Wie gut das Festival bei Besuchenden ankommt, sieht man an den bis 2019 stetig ansteigenden Zuschauerzahlen.

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Der Beginn einer Ära

Alle Anfänge hat das iXS Dirt Masters Festival im Jahr 2006, als die Idee aufkam, ein Mountainbike Festival auf die Beine zu stellen. Die Inspiration für dieses Vorhaben wurde durch das legendäre Crankworx in Whistler, Kanada geliefert. Das Festival sollte mitten in Deutschland stattfinden, einzigartig sein und aus der Masse herausstechen. Als André Baumbach ein Praktikum beim Mountainbike Rider Magazine absolvierte, kam Frank „Lippe“ Weckert mit dem Auftrag, dafür ein Konzept zu entwickeln. Kurze Zeit später saßen beide in Winterberg und überzeugten erst Georg Brinkmann, den damaligen Besitzer des Bikeparks (Anm.: wird heute von seinem Sohn Nico geführt), und anschließend Michael Beckmann, heute Bürgermeister der Stadt Winterberg, damals noch Chef des Tourismusbüros. Somit war der Grundstein für das iXS Dirt Masters gelegt.

Es sollte ein Format geschaffen werden, in dem Pro-Athleten sowie auch Amateure mit- und gegeneinander antreten und so ihre Skills unter Beweis stellen können. Dabei sollten nicht nur deutsche Athleten und Athletinnen angesprochen werden, sondern auch europäische und sogar darüber hinaus. Jeder sollte die Chance bekommen seiner Leidenschaft nachzugehen, diese Momente mit anderen zu teilen und absolut hochkarätige Mountainbike Action live mitzuerleben.

Frank „Lippe“ Weckert, Gründer des Mountainbike Rider Magazines, hat es mit dem iXS Dirt Masters Festival geschafft, an einem Wochenende 2.000 Athlet*innen und mehr als 40.000 Besucher*innen zusammen zu bringen. Frank „Lippe“ Weckert, Gründer des Mountainbike Rider Magazines, hat es mit dem iXS Dirt Masters Festival geschafft, an einem Wochenende 2.000 Athlet*innen und mehr als 40.000 Besucher*innen zusammen zu bringen.

Nach der Deutschen Meisterschaft im Slopestyle im Bikepark Winterberg als kleine Test Veranstaltung, wurde schon im Jahr 2007 aus der Idee Realität. Der Bikepark baute sich zu diesem Zeitpunkt zu einem der bekanntesten Mountainbike-Spots in Deutschland auf. Durch seine gute Lage und die hervorragende Infrastruktur für Tourismus stellte Winterberg den perfekten Austragungsort für das Festival dar.

Bei der Premiere im Mai 2007 konnte das Festival bereits einen großen Erfolg verzeichnen. Die Veranstaltung wurde von insgesamt 20.000 Besuchenden mitverfolgt. Damit war klar, dass die Bike-Szene auf solch ein Event gewartet hat und dass die Geschichte unbedingt fortgeführt werden sollte. Als Sponsor und Titelgeber war seit der ersten Stunde die Schweizer Marke iXS an Bord und ist somit ständiger Begleiter und wichtiger Unterstützer der Veranstaltung, nicht zuletzt, weil Peter Hostettler und Pascal Haf seit jeher eine nicht hoch genug einzuschätzende Verantwortung gegenüber des Mountainbike Sports übernehmen.

Bei diesem Gravity Festival stand ganz klar der sportliche Aspekt im Fokus. Allerdings sollten auch eine musikalische Rahmengestaltung und ein Bereich für Aussteller, um mit Besuchern in direkten Kontakt treten zu können, dabei sein.

Das iXS Dirt Masters bestand anfangs aus drei unterschiedlichen Events, dem iXS German Downhill Cup, dem Felt MDC 4Cross Cup und dem The Cut Slopestyle Contest. Schon bei der zweiten Ausgabe des Festivals waren Athleten aus Down Under vertreten. Das zeigt, wie gut und schnell sich das Event in der Bike Community etablieren konnte. Zwei Jahre später konnte der iXS Rookies Downhill Cup sein Debüt feiern und ist seither fester Bestandteil.

Seit der ersten Ausgabe der iXS Dirt Masters ist Fourcross ein beständiger Teil des Festival-Wochenendes. Seit der ersten Ausgabe der iXS Dirt Masters ist Fourcross ein beständiger Teil des Festival-Wochenendes.

Ein Highlight der 15-jährigen Geschichte in Winterberg ist definitiv der Zuschlag als Gold-Event der FMB World Tour im Jahr 2012 gewesen. Unter dem Titel Red Bull Berg Line wurde ein einzigartiger Slopestyle Contest geboten. Auch im Jahr 2013 war dieses Event Bestandteil des Festivalwochenendes. Leider musste der SKS Slopestyle Contest im selben Jahr auf Grund von schlechten Wetterbedingungen abgesagt werden. Glücklicherweise konnte wenigstens einer der beiden Slopestyle Contests stattfinden.

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Große Namen in der Geschichte

Der Gewinner des iXS German Downhill Cups war in diesem Jahr einer der namhaftesten Downhillfahrer der Welt, nämlich kein Geringerer als Gee Atherton (GBR). Der zweifache Weltmeister verewigte sich neben einer Reihe von internationalen Größen in der Siegerstatistik des Festivals. Aufzuzählen wären dabei Aaron Gwin (USA), Mick Hannah (AUS), Sam Blenkinsop (NZL), Andrew Neethling (RSA), Marcelo Gutierrez (COL), Brook MacDonald (NZL), Sabrina Jonnier (FRA), Tahnée Seagrave (GBR) und Tracey Hannah (AUS).

Ein unglaublicher Erfolg für die damals noch junge Valentina Höll (AUT) war der Rookies Cup im Jahr 2014. Vali nahm damals in der Altersklasse U15 teil und konnte einen Wahnsinnslauf runterbringen. Ihre Zeit war besser als die der U17 und der Women Gewinnerin. Schon damals war ihr Talent nicht zu übersehen und irgendwie kann man auch behaupten, das iXS Dirt Masters war eines der Sprungbretter für die mittlerweile in der Weltspitze angekommene Saalbacherin.

„Stars zum Anfassen“ Martin Söderström (SWE) mit Fans im Jahr 2015. „Stars zum Anfassen“ Martin Söderström (SWE) mit Fans im Jahr 2015.

Im Jahr 2016 wurden 10 Jahre iXS Dirt Masters gefeiert und auch dieses Jahr war wie keines zuvor. Das Wetter war in den ersten Tagen durchwachsen, aber ohne große Besonderheiten. Der Sonntag hielt aber eine Überraschung bereit: Noch nie zuvor gab es Schnee beim iXS Dirt Masters und bis heute ist es eine Ausnahme geblieben.

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Zu den Wurzeln zurückkehren

Die Zuschauerzahlen des Festivals wuchsen mit jedem Jahr und somit zog das Festival auch immer mehr partyfreudige Gäste an. Das ging so weit, dass nicht mehr der Sport, sondern das Feiern in den Vordergrund geriet. Im Jahr 2017 musste also ein radikaler Wandel her. Der Campingplatz am Festivalgelände wurde in Tagesparkplätze für Besuchende und/oder Athlet*innen umgewandelt. Zudem wurden auf mehr Konzerte verzichtet und weniger Abendprogramm angeboten. Mit diesen Maßnahmen konnten die Verantwortlichen das Ruder noch einmal herumreißen und das Hauptaugenmerk der Gäste wieder auf die Expoarea, die Strecken und den Sport legen. Die hohe Besucherzahl von 38.000 zeigte, dass das überarbeitete Konzept aufging. Nichtsdestotrotz ist die Konzerthistorie durchaus respektabel, schließlich gaben sich einige wirklich große Bands bei der Music Night die Ehre, nennenswert sind sicherlich Peter Pan Speedrock, Bloodlights, H-Blockx, Die Happy, Get Dead und Donots.

Und für alle, die schon bei den ganz frühen Ausgaben dabei waren, möchten wir an dieser Stelle an die legendäre Upforce Freestyle Motocross Show erinnern, bei der Basty Wolter, Stefan Bengs, Kai Haase und Co unglaubliche Action direkt neben der Bühne lieferten.

VANS Music Night 2012 VANS Music Night 2012

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Ein Pionier und Erhalter

Vor allem in puncto der Entwicklung des Sports war das Festival oft richtungsweisend. Ein Beispiel dafür ist sicherlich das Thema Enduro, welches bereits sehr früh ab dem Jahr 2010 als Format integriert wurde und die ersten Rennen damals nicht unerheblich zur Entwicklung der Disziplin in Deutschland beigetragen hatten. Nicht nur, dass anfänglich das Regelwerk entstehen musste, sondern beispielsweise war auch Winterberg einer der Orte, wo Racement erstmalig die Sport Ident Transpondertechnik als Zeitnahme einsetzte, die heute weltweiter Standard ist. Aber auch nicht unerwähnt sollte sein, dass trotz des mehr oder weniger verbandsgemachten Niedergangs der Disziplin Fourcross, die Organisatoren des Festivals Jahr für Jahr an dem Format festhalten und somit ein stückweit zur Erhaltung dieser Disziplin beitragen. Im Übrigen ist es auch bemerkenswert, wie sich die Anzahl der einzelnen Rennen und Contests in den Jahren entwickelt hat. Angefangen hat alles mit drei Einzelevents, während es im Jahr 2019 sage und schreibe elf verschiedene Veranstaltungen in vier Tagen waren. Man kann nur hoffen, dass es nach der Pandemie möglich sein wird, zu altem Glanz und dieser Intensität zurückzukehren.

Der Spaß darf bei den iXS Dirt Masters natürlich nicht fehlen. Der Spaß darf bei den iXS Dirt Masters natürlich nicht fehlen.

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Durch stetige Veränderungen geprägt

Nun aber wieder etwas mehr in Richtung Gegenwart. Auch das Jahr 2018 hatte Veränderungen für das iXS Dirt Masters Festival in petto. Nachdem man mit den Anpassungen im Vorjahr den Fokus wieder auf den Sport setzte und dies auch gut von Teilnehmenden und Besuchenden angenommen wurde, hieß es jetzt nahtlos daran anzuknüpfen. Um nicht nur das sportliche Angebot, sondern auch die Nebenschauplätze zu verbessern, holte man mehr namhafte Firmen nach Winterberg. Sie sollten die Expo Area noch attraktiver gestalten.

Im sportlichen Bereich waren ebenfalls Veränderungen zu verzeichnen. Nach einigen Jahren wurde wieder ein Enduro Rennen ausgetragen, ein Tourstopp der Enduro One Serie. Dieser Tourstopp war mit sage und schreibe 750 Teilnehmenden der meistbesuchte Stopp der gesamten Serie im Jahr 2019. Zusätzlich wurde das Ziel hervorgerufen, das Festival noch familienfreundlicher auszurichten. Ein erster Schritt war die Family-Challenge im Downhill, wobei ein Jahr später dann sogar noch ein richtiges Kids Race hinzukam.

Der Finaltag des iXS Dirt Masters 2018 stellte den iXS Downhill Cup auf die Probe. Zum Start der Open Klassen war das Wetter noch gut und alles war noch trocken. Doch bei den Pro Masters fing es an zu regnen, was eigentlich nicht weiter schlimm wäre. Allerdings wurden die Wetterbedingungen bei der Elite Men Klasse zunehmend schlechter und es schüttete wie aus Eimern. Die Strecke verwandelte sich in einen braunen Bach, so dass man eigentlich das Sportgerät vom Fahrrad zum Boot hätte ändern sollen. Reguläre Bedingungen waren es jedenfalls nicht mehr, aber alle Anwesenden haben es mit Humor genommen und somit wird dieses Rennen sicherlich bei vielen länger im Gedächtnis bleiben.

Der Zielbereich des iXS Downhill Cups in Winterberg 2018. So viel Wasser hatten wir während des Festivals bis dahin auch noch nicht gesehen. Der Zielbereich des iXS Downhill Cups in Winterberg 2018. So viel Wasser hatten wir während des Festivals bis dahin auch noch nicht gesehen.

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So umfangreich wie nie zuvor

Ein Jahr später war leider auch schon das letzte iXS Dirt Masters Festival bis jetzt und es wurde so gut angenommen, wie nie zuvor. An diesem Wochenende kamen ca. 40.000 Gäste in den Bikepark Winterberg, um sich die verschiedensten Spektakel anzuschauen. Dieser Rekord hatte natürlich auch mit dem hervorragenden Wetter zu tun, schließlich waren alle Tage durch herrlichen Sonnenschein geprägt. Ausschließlich der Slopestyle Contest fiel dem Wind am Sonntag zum Opfer.

Das war aber nicht der einzige Höhepunkt der iXS Dirt Masters im Jahr 2019. Noch nie waren so viele unterschiedliche sportliche Events an einem Wochenende in Winterberg vereint. Ganze elf verschiedene Wettbewerbe wurden zur dreizehnten Auflage des Festivals ausgetragen. Mit so einer Varietät war mit Sicherheit für Jeden etwas dabei.

Erfreulich ist es auch, dass immer wieder bekannte Gesichter der Bike-Szene zum iXS Dirt Masters kommen, teilnehmen und begeistert davon sind. Fabio Wibmer (AUT) war schon vier Mal dabei, konnte allerdings nur drei Mal daran teilnehmen, da er ein Jahr verletzungsbedingt zuschauen musste. Seiner Meinung nach gibt es im ganzen Jahr kein Event, welches so verrückt ist, wie die Warsteiner Whip Offs in Winterberg. Es sei eine komplette Eskalation und die Stimmung ist konkurrenzlos.

Fabio Wibmer (AUT) beim iXS Downhill Cup in Winterberg im Jahr 2019. Fabio Wibmer (AUT) beim iXS Downhill Cup in Winterberg im Jahr 2019.

Auch Ben Deakin (GBR) war bereits vier Mal zu Gast und hat das Festival als den blanken Wahnsinn erlebt. Er empfindet die Atmosphäre allgemein so, dass der Wettkampf an zweiter Stelle steht und es vordergründlich darum geht, mit Freunden abzuhängen, viele Runs zu absolvieren und Zeit auf dem Bike zu verbringen. Ben ist selbst auch Trainer und sieht im Bereich der jüngeren Altersklassen die Wichtigkeit des Festivals. Denn bei den iXS Dirt Masters sollen die jüngeren Altersklassen einfach Spaß haben und ohne Druck daran teilnehmen können.

Der Besuchermagnet schlechthin sind wohl die Whip Offs, die ihr Debüt im Jahr 2013 feiern konnten. Diese Disziplin wurde meist samstags am frühen Abend ausgetragen. Teilnehmende beschreiben es als Wahnsinnsgefühl, vor so einer großen Crowd whippen zu dürfen und während der Airtime Bierduschen von allen Seiten abzubekommen. Die Erinnerung verschafft bis heute noch Gänsehaut. Nach dem Contest wird der Hügel von den Besuchenden gestürmt und mancher Athlet ergreift lieber schnell die Flucht. Zugegebenermaßen ist dies nicht unbedingt das, was die Organisatoren sehen möchten und somit wird von Jahr zu Jahr mehr an den Sicherheitsvorkehrungen gefeilt, aber irgendwie sind diese Emotionen auch einmalig.

Jonny Kielhorn (GER) zeigt bei den Whip Offs im Jahr 2019 sein Können. Jonny Kielhorn (GER) zeigt bei den Whip Offs im Jahr 2019 sein Können.

Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich das iXS Dirt Masters Festival als das größte Gravity Event in Europa etabliert, welches nicht nur für Teilnehmende oder MTB-Fans geeignet ist, sondern auch gerne Freunde und Familie willkommen heißt. Diese Entwicklung ist auch dem Bikepark und Mitveranstalter zu verdanken, der seit der ersten Ausgabe immer mehr an der Entwicklung der Infrastruktur arbeitet, um ein solches Großereignis reibungslos durchführen zu können. Und ein Punkt wurde noch nicht erwähnt, das Festival ist nur möglich, weil hinter den Kulissen eine dreistellige Zahl an Mitarbeitern, Helfern und Unterstützern mit Herzblut dabei sind und oftmals über das normal leistbare hinaus dafür sorgen, dass alles rund läuft. Danke an die Sanis, die Bikepark-Crew, das Orga-Team, die Fourcross-Crew, an die Leute von iXS, von Red Bull, der Bobbahn, dem Hostel, danke an die Elektriker, die Reinigungskräfte, die Security, die Streckenposten oder aber auch an die Unterstützung der Stadt Winterberg mit den Verantwortlichen von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Touristinfo.

Untrennbar verbunden mit dem Festival sind auch zwei Namen, nämlich Sabrina Ungemach und Christoph Deik, die als Organisations-Team das ganze Jahr über das Festival vorbereiten.

Für diese Saison sind wir guter Dinge, dass das iXS Dirt Masters Festival wie geplant im September mit ein paar Einschränkungen stattfinden kann und die Geschichte nach einer einjährigen Pause endlich weitergehen kann. Spätestens ab 2022 rechnen wir wieder mit einem Event in gewohnter Größe und mit voller Kraft voraus!

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